Showcase: „Ludo sucht sein Herzblatt“
Herbst 1910
Situation vor aktuellem Zug
Kommentare der Spieler zur aktuellen Runde
| Nation | Kommentar |
| Frankreich Lars Juister | Jan (D) und Ahmet (OR) haben so gezogen wie besprochen und in ihrem Zorn auf den Zaren Platz für mich gemacht.
Es geht jetzt im Wesentlichen um die Abwicklung und ich habe auch nichts mehr von den beiden gehört. Thomas (R) hat mich gebeten, die Sache zu verlängern und mich zurückzuhalten, damit er Osmanien noch stärker ausweiden kann. Ich möchte den Apfel aber gerne pflücken, so lange er reif ist und möchte mich nicht künstlich zurückhalten. Ich werde jetzt also mein Glück in Edi, Gre und smy versuchen. Wenn Ahmet (OR) will, könnte ich dann endlich mit Tobias in den Herzblatthubschrauber steigen. Eine – zumindest für Theoretiker – interessante Frage ist natürlich, ob ich die Partie bei maximaler Gegenwehr Osmaniens in meine Richtung, nach Hause bringen könnte, ohne auf den Zaren loszugehen. » zu Lars Befehlen |
| Deutsches Reich Jan Badurczik | Ich nehme mal an das Dankeschön für die Spielleitung kommt nicht zu früh, Lars sollte das jetzt machen.
» zu Jans Befehlen |
| Russisches Reich Thomas Hülsmann | Ja, nun … die Partie liegt in den letzten Zügen, anders kann man es nicht sagen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Frankreich die Gelegenheit nutzt und Nägel mit Köpfen macht, damit die Partie zum Ende kommt. Mit einer erneuten echten Wendung ist nicht zu rechnen. Lars kann es schlicht für sich entscheiden und das einzig lohnende Stabziel wäre ich. Der Türke steht alleine da und kann eigentlich nur mit Lars noch was reißen, ansonsten ist aber alles klar und Rußland wird – das weiß ich aus zuverlässiger Quelle – MIT Osmanien nichts machen.
Damit ist das Spiel eigentlich durch – zumindest erwarte ich das, ggf. auch mit Verlusten an Frankreich. Ob ich wirklich glaube, ob Lars das tut? Bin tatsächlich unsicher … halte es aber für möglich … so ca 51% 😉 In Sorge um mein Reich bin ich allerdings nicht mehr. Denn nach dem Ausscheiden des Wieners war es aus russischer Sicht (bei dem Start 04) eher die Kür. Gerne hätte ich es aber gehabt, daß ich den Sultan noch auf seine Heimat-VZs zurückstutze, aber dazu wird es eher nicht mehr kommen. Ich betone … den „Sultan“, nicht Ahmet! Mehr gibt es nächste Runde … vermutlich aber im EOG 😉
PS: Was nicht heißt, daß ich nicht doch glaube, daß sich alle … naja … alle beide ^^ … gegen mich verschworen haben!! » zu Thomas Befehlen |
| Osmanisches Reich Ahmet Alagün | Die Luft ist vollkommen raus. Die Kommunikation ist zusammengebrochen. ich werde ob meiner eingeschränkten Mittel mein Reich weiter herunterwirtschaften.
» zu Ahmets Befehlen |
Daraus folgende Befehle (Textauswertung Herbst 1910)
| Nation | Züge | Rückzüge | Auf- und Abbauten | |
| Frankreich
» zum Kommentar | F NTH S F HEL F YOR – EDI F HEL S A KIE A KIE S A MUN A RUH S A KIE A MUN S A KIE A BUR S A MUN A TYR S A MUN A PIE S A TYR A VEN S A TRI A ROM S A VEN F ION – GRE F EAS – SMY F TYS – ION | – | – | |
| Deutsches Reich
» zum Kommentar | F BAL S A BER A BER S A MUN | – | – | |
| Russisches Reich
» zum Kommentar | A TRI S A VIE – BUD A VIE – BUD A GAL S A RUM A UKR S A RUM A SEV S A RUM (*Cut*) A BOH – VIE A MOS S A SEV A SWE S F DEN F DEN S A SWE A RUM xxx F STP (sc) xxx | – | – | |
| Osmanisches Reich
» zum Kommentar | A ARM – SEV (*Fails*) A SER – RUM (*Fails*) A BUL S A SER – RUM F BLA S A SER – RUM A ALB – SER (*Fails*) F CON – ANK F AEG – CON | – | – |
Grafikauswertung Herbst 1910
Eilmeldungen
+++ Friede in Europa wieder hergestellt!!! +++
Unter Vorsitz von Frankreis Präsident De Juist einigen sich alle Herrscher Europas auf Einstellung aller Kampfhandlungen +++
Grenzen sollen vertraglich nach dem aktuellen Stand festgeschrieben werden +++
Böse Zungen sprechen von einem diktierten Frieden +++
Glückliche Gesichter in Berlin: Palast hält stand und endlich kehrt Ruhe ein +++
Herzblatthubschrauber umkreist Pariser Eifelturm!!! +++
End-of-Game-Kommentare der Spieler (EOG)
| Nation | Kommentar |
| Österreich-Ungarn Dominic Niederhoff | Ich hatte aufgrund meiner Forenbewerbung die Geschicke Österreichs übernommen – im Nachhinein ist mir klar, daß ich nach dem zweiten Herbst eigentlich schon Geschichte war; im Spiel war mir klar, daß ich irgendwann gestabbt werden würde, aber es ist gerade passiert, als ich dachte, es liefe gut. Naja, so ist das eben. Wie man an meinen Zugkommentaren bemerken wird, war ich gerade am Anfang sehr schwankend – alle hatten gute Argumente, keinem fühlte ich mich verpflichtet genug; aber einmal in der bestehenden Zugsituation ergab sich dann für mich die Weiterführung des Bündnisses mit Osmanien, weil ich einfach darauf hoffte, daß ich nochmal Schritt fassen könnte. Dummerweise kam bei mir dann eine Zeit der diplomatischen Inaktivität auf, die mich endgültig hat verlieren lassen. Was mir an diesem Spiel unglaublich gefallen hatte, war, daß wir gleich am Anfang eine Vorstellungsrunde hatten, etwas, daß ich schon lange vermisst hatte – ich war auch sofort in diesem Zustand der Paranoia, der mich allen alles hat glauben lassen und das natürlich nur bedingt, so, wie es eben sein muß. Mehr will ich gar nicht schreiben, für tieferschürfende Meinungen bin ich zu früh ausgeschieden – lehnt euch stattdessen zurück und amüsiert an meinem wöchentlich Dilemma in meinen Zugkommentaren, die wohl wirklich für jeden Zug entstanden. |
| Frankreich Lars Juister | Wie ich mein Herzblatt fand
Mit stolzgeschwellter Brust konnte ich mich gemeinsam mit sechs weiteren Kandidaten in der Herzblattvorauswahl durchsetzen und durfte das Frankenland in der Frankepartie übernehmen. Es war klar, dass es nicht leicht werden würde, denn es ging um nichts weniger als Tobias‘ Herz. Ich wusste gleich, dass ich Frankreich als Zentrum der kulinarischen Welt präsentieren werden müsste und so einiges an touristischen Angeboten zusammenstellen müsste, um dieses erfahrene Spielleiterherz zu gewinnen. Zunächst trachtete ich danach, England gutes Essen zu bringen, was ich – Markus möge mir verzeihen, aber in der Liebe ist eben alles erlaubt – dem dortigen Küchenchef nicht verraten habe. Der Herr des Sauerkrauts wollte mich dabei unterstützen, hielt sich aber leider nicht an sein Wort, sondern versuchte die touristischen Interessen Frankreichs und Englands gegeneinander auszuspielen. Russland, Osmanien und Habsburg verkeilten sich schnell ineinander und Italien hielt sich zunächst zurück. Der Herr der Minzsoße machte sowohl dem Krautkaiser als auch mir Hoffnung auf Unterstützung gegen den jeweils anderen. Ich sah den Herzblatthubschrauber in meinen Träumen bereits ohne mich abheben, als plötzlich Italien die freundliche Neutralität, die bislang zwischen der römischen und der Pariser Küche geherrscht hatte, brach und gemeinsam mit dem Herrn der Minzsoße und dem Krautkaiser, welch selbige sich mittlerweile geeinigt hatten, auf meine Grenzen einstürmte. Der Palatschinken bekam einen Ehrenplatz in allen Rezeptbüchern Frankreichs, als Habsburg Venedig in sein Tourismusprogramm aufnahm und so dem italienischen Kreuzfahrtschiff im westlichen Mittelmeer die finanzielle Grundlage entzog. Zudem konnte Kaviar in größeren Mengen für französische Küchen gesichert werden, als der neue Herr des schönen St.Petersburgs, den Knoten im Westen diplomatisch zu lösen begann. Der Kaiser in Berlin sah dann ein, dass Minzsoße nicht mit Sauerkraut und Bratwurst verträglich ist und ein gemeinsames touristisch-kulinarisches Konzept wurde zwischen St.Petersburg, Belin und Paris vereinbart. Binnen weniger Jahre konnte dank dieser Einigung England kulinarisch gerettet und für französische und russische Touristen erschlossen werden. Als dann aber in Berlin zu sehr mit der neuen Dönerindustrie liebäugelte, platzierte der Zar Sonderangebote für russische Reisen nach Deutschland. Ich schloss mich dieser Initiative an und konnte auch Fortschritte auf der Jagd nach dem ultimativen Pizzarezept machen, obwohl mein Habsburger Freund zwischenzeitlich durch türkische Kaffeehäuser, die auch Döner anboten, in den Ruin getrieben worden war. Nun begann ich ernsthaft von einem Flug im Herzblatthubschrauber zu träumen, gewiss war aber noch nichts. Es kam dann auch noch einmal zu einem gemeinsamen Ansturm der deutschen, osmanischen und russischen Tourismusindustrie auf den Westen. Doch wie ich dann erkennen konnte, blieb der Zar – zumindest der vorzüglichen französischen Küche, hatte ich ihn doch noch einmal mit Vorräten an Froschschenkeln und bestem Champagner versorgt, – treu, denn er hatte Deutschland und Osmanien mit falschen Rezepten versorgt, wodurch er erhebliche Gebiete, die bisher von deutschen Tourismuskonzernen kontrolliert wurden, in das russische Reiseprogramm aufnehmen konnte und Franzosen das südliche Deutschland besuchen konnten. Dieses Vorgehen erzürnte Osmanien und Deutschland allerdings so sehr, dass sie mir den Platz im Herzblatthubschrauber zusprachen und mir sehr vorteilhafte Verträge für die Erschließung einiger ihrer Gebiete anboten, die ich unmöglich ausschlagen konnte. Und nun – nach 10 Jahren des Bangens und Werbens – darf ich mit Tobias im Herzblatthubschrauber um den Eiffelturm kreisen und allen Mitkandidaten danken und ihnen Froschschenkel-Sauerkraut-Döner-Pizza mit Minzsoße anbieten. |
| Russisches Reich Thomas Hülsmann | Für mich war es ein sehr spannende Partie, vor allem aber natürlich am Anfang als 04er Nachfolge-Monarch. Ich weiß es nicht mehr so ganz genau, aber meine Marschroute war eigentlich sehr schnell sehr klar, nachdem ich die aktuelle Stellung und auch die vorherigen Züge bis 1904 studiert hatte. Kurioserweise hat mein Plan dann auch super geklappt. Die Einigung mit D und danach F ging meiner Empfindung nach fix.
Da sich D als einziger von sich aus bei mir gemeldet hatte (gut, ich habe auch blitzschnell an alle (auch seperat) geschrieben ^^) war das mein erster Ansatzpunkt. Nicht zuletzt, weil auch die taktische Lage an meiner Nordgrenze das mMn gebot. Von da aus hat sich alles ergeben und entwickelt. Ein wenig sehe ich mich – klingt das arrogant? egal ^^ – als Architekt des französisch-deutsch-russischen Bündnisses (das leider nicht bis zum Ende gehalten hat). Ich hätte mich wirklich über einen 3er Draw gefreut – oder auch eine deutlich bessere Aufteilung zugunsten Berlins. Mein Masterplan war eigentlich 12/12/12 … irgendwie so. Für mich ist es trotz der VZ-Aufteilung ein wenig auch ein Draw – eben weil es aus meiner Sicht geplant so und nicht anders ablief. Rückblickend muß ich sowohl meine Wiener-Armee, als auch die nördliche Flotte loben. Ein Überbleibsel von meinem Vorgänger – die sich beide wunderbar bewährt haben! Insbesondere denke ich, daß die Armee A Vie durch ihre vorgezogenen Stellung einiges bewirken konnte. Das hat mir in vielen Situationen ein wunderbares „Druckmittel“ gegeben – vordergründig und hintergründig. Wenn man sich A Vie anschaut … die ist viel rumgekommen! Wäre ein Idee für künftige Partien irgendwelche Erfahrungsbalken zu den Armeen anzugeben. ^^ Ich betone an dieser Stelle auch noch einmal in aller Deutlichkeit, daß ich zu KEINEM Zeitpunkt plante in irgendeiner Form auf wie auch immer gestaltete Angebote seitens Wien oder Constantinopel einzugehen. Wer als gegnerische Armee innerhalb russischer Grenzen steht kann auf keinerlei Wohlwollen des Zaren rechnen! Eine Niederwerfung des Paktes beider Staaten war daher mein oberstes Ziel. Russische Erde gehört stets und immer alleine dem russischen Volk! Und das russische Volk war in dieser Parte nach 1904 ich, Zar Thomas! 🙂 Auf dem – besser im – Weg lag England und leider später auch Italien. Beide waren aus meiner Sicht als Ausscheider unabdingbar. Italien brauchte man noch länger, da er zugleich aber auch als Puffer dienen mußte, um den Osmanen in seiner allzustabilen Ecke etwas einzudämmen. Das durfte man dem Römer allerdings beileibe nicht derart deutlich sagen – natürlich. Der Brite erschien mir von Anfang an (wohlgemerkt: Einstieg 1904) als strategisches Hindernis, hauptsächlich aber als destabilisierendes Element. Als Türke oder Wiener hätte ich unbedingt den Kontakt dorthin gesucht, und sei es als Informationsquelle (vielleicht haben sie, wird man lesen). Als Russe in einem aus eigener Not geborenen, gegen den Südosten gerichteten Pakt allerdings erschien der Brite allerdings als zu wenig entwickelt. Daher mußte E zugunsten Ds oder Fs dran glauben – und zwar so schnell wie irgend möglich, um dort die Grenzen zwischen D und F zu beruhigen. So geschah es dann ja auch. Damit war das destabilisierende Element London weg und der Weg für (m)ein geplantes weitgehend entspanntes RDF frei. Allerdings wuchsen dadurch die internen Spannungen gleichermaßen an – jedoch glücklicherweise zu einem Großteil langsamer als unser RDF-VZ-Gewinn. Die größten Probleme sah ich aber zu jeder Zeit darin, daß D irgendwann einfach keine aktive Rolle mehr in seiner eigenen Entwickung hatte. Das war mMn schließlich der Kern, warum Ds Mißtrauen gegenüber F zu groß wurde. Da ich aber wiederum dort zuviele VZs stehen hatte, konnte ich mir einen Abfall des Franzosen weniger leisten, als den Abfall des Deutschen. Leider für Jan, dem ich damit den Krieg erklären „mußte“. Wie gesagt, ich denke (und die Endstellung ist mMn ein Indiz) Lars hätte die Beine gegen D bis zuletzt zugunsten des Paktes still gehalten und Jan hätte wohl auch im zweistelligen Bereich VZs abgreifen können. Nachdem der Südöstliche Pakt dann aber aufgebrochen war, war für mich die Pflicht erledigt und die Kür begann. Für mich war es dann nicht mehr so wichtig wer nun wirklich mehr VZs hat oder nicht. Nicht zuletzt entscheide ich mich oft sehr früh, wen ich selbst stabbe (belüge) und wen nicht. Das zieh‘ ich dann i.d.R. durch, egal, was es mich und andere kostet. Sozusagen als Ausgleich für die ganze Lügerei gegen meine Gegner. Aber! Lügen ist immer auch ein zwischenmenschlicher Aspekt außerhalb der Partie, der nicht von jedem Spieler als reines Mittel zum Zweck empfunden wird – das schafft Feinde auch über einzelne Partien hinaus.
Nocheinmal etwas ganz allgemeines zu einem Pakt. Ich habe in Partien oft festgestellt, daß Bündnisse „nur“ als Sprungbrett für die eigene VZ-Vermehrung genutzt werden. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen (merke: Diplomacy! ^^), aber es gibt solche und solche Bündnisse. Ich stehe mehr auf „solche“. Die ernsten. Die echten. Es kommt hinzu, daß ich es irgendwie witzlos finde, bei jeder Änderung der VZ-Lage ein neues Bündnis zu schmieden, nur weil einer (nämlich meistens ein anderer!) mehr VZs hat … unverschämt!! Wenn man selbst mehr hat, ist aber alles gut. Wo ist da die Fairness im Pakt? Man muß da auch Gönnen können. Aus meiner Sicht ist das auch mein persönlicher Ausgleich zu meiner menschlich grundsätzlich verabscheuungswürdigen Art und Weise der schamlosen Lügerei gegen alle, die NICHT in MEINEM Pakt sind (und wer in MEINEM Pakt ist, entscheide natürlich ich allein ^^). Werde ich von Leuten aus meinem eigenen Pakt gestabbt … that’s the price I’ll pay! Der dicke Vorteil (m)eines Paktes: HERRLICHE Spielzüge und das ist es mir i.d.R. allemal wert! „Schön“ geht in meiner Welt vor „VZ“! Und meine Erfahrung ist … Siegeswillen und Solosieg sind auf der anderen Seite nicht gleichbedeutend mit „keine Lügen“. Und die Grenze zwischen dem, was manche als „Tricks“ und „geschickten Weglassungen“ bei Aussagen bezeichnen und Lügen sind mMn SEHR fließend. Ich habe da also keine Reue! Ich habe noch einen Ratschlag an alle angehende Diplomaten: schreibt Depeschen, kommuniziert, fragt, redet, mailt! Es gibt nichts wichtigeres als das in Diplo!! Der Informationsgewinn ist in jedem Fall höher als der Verlust, wenn man es nicht tut. Nicht zuletzt – man weiß nie, wann und sie sich die Lage ändert. Daher – wer keine Lust zum Schreiben hat, soll doch no-press spielen. Und … was man tut, soll man richtig tun! Der Tipp (viel Schreiben!) ist übrigens nicht von mir … er steht irgendwo in einem Artikel auf dem Pouch. Ich gebe ihn nur weiter …
Nun aber wirklich zuletzt und an dieser Stelle natürlich ein fettes Dankeschön an alle Mitspieler, die diese Partie so spannend gemacht haben. Sie hat mir sehr gefallen und ist sicher ein der schöneren meiner bisherigen Diplo-Karriere, wenn nicht unter meinen Top 3! Heißen Dank auch an unseren SL Tobias für seine zeitnahen Auswertungen, die mir manche bange Stunde erspart haben! |
| Osmanisches Reich Clemens Leathley und Ahmet Alagün | Kommentar von Clemens:
Ist ja nun schon verdammt lang her… Also zunächst Dank an den Spielleiter. Das Einfordern der Kommentare ist sicher manchmal etwas nervig gewesen… Zur Partie steht das meiste steht schon in den Kommentaren, deshalb hier nur ein paar ausgewählte Aspekte mit Kritik: 1. Der Start war nahezu optimal: mit Ö-U zu verabreden, A Vie – Gal mit A Bud S A Vie – Gal zu ziehen, das war schon ein Knüller; dazu den netten Russen nach Armenien in den April zu schicken mit dem Ergebnis, das der Balkan im Herbst 2 zu 2 an Ö-U und den Osmanen fiel, das war schon ein starkes Stück, kein Wunder, das Ulrich bald entnervt das Handtuch schmiss;-) 2. Die Zusammenarbeit mit Dominic klappte gut. Leider lies er meine Warnung vor dem Verlust Wiens eine Warnung sein und spielte danach mit handicap in Gestalt einer feindlichen Armee in diesem Heimat-VZ, was sein Spiel arg lähmte. Danach beging ich den ersten Schnitzer: anstatt Dominic weiter gewogen zu bleiben, verlor ich die Nerven und nahm ihn zusammen mit den gierigen Nachbarn aus dem Spiel. Das war – bitte nochmals um pardon, Dominic! – nicht nur ein Schnitzer, sondern ein grober Fehler, denn nun hatte ich alle lieben Nachbarn gegen mich. 3. Den größten Bock schoß ich mit der Fehleinschätzung Russlands nach dem Spielerwechsel. Anstatt die geschwächte Lage Russlands weiter konsequent auszunutzen, blieb ich dort zunächst passiv, was der pfiffige Nachbar – nochmals mein Kompliment an Thomas! – in nur zwei Runden clever dazu nutzte, um mir die Suppe gründlich zu versalzen. Das zwar um den Preis des Solos Frankreichs, aber für Russland die Silbermedaille und der Erfolg, es dem Türken ordentlich gegeben zu haben, nicht wahr lieber Thomas?! 4. Vielleicht wäre nach der russischen Attacke noch etwas gegangen, das aber nur mit der Hilfe Deutschlands. Das Jan lieber die Variante „Zerrieben werden zwischen F + R“ anstatt das Bündnis mit mir gewählt hat – was habe ich alles geschrieben! -, das kann ruhig sein Geheimnis bleiben, muss es aber nicht. 5. Als ich arbeitsbedingt merkte, dass meine Konzentration in der Partie nachließ und ich ungeschickt zu ziehen begann, überließ ich lieber unverbrauchten Kräften das Schicksal der Osmanen, die es noch zu Bronze gebracht haben. Insgesamt eine spannende Partie, in der so ziehmlich alles drin war, was diplomacy ausmacht! Allen Mitspielern und dem Spielleiter vielen Dank,
Kommentar von Ahmet: Zunächst meinem Dank dem Spielleiter; ein Spielleiter, wie man ihn sich nur wünschen kann. Und natürlich meinen herzlichen Glückwunsch an Frankreich. Eingestiegen bin ich in die Partie, als es um das Osmanische Reich schon nicht allzu gut bestellt war. Viel zu machen war für mich nichts. Der Zar Thomas schreibt viel, das Meisten davon war belanglos. Er gab sich von Beginn an unentschieden, meinte schließlich, er wolle das Osmanische Reich erobern, und wolle mit mir einen ehrlichen Kampf führen. Nun ja. Für mich galt es in nicht allzu aussichtsreicher Position erstens mein kleines Reich zu sichern, und zum anderen ein Solo zu vermeiden. Zuerst ging es daher darum, das scheinbare Bündnis der anderen drei, das gar nicht halten konnte, wenn man sich die Karte anschaute, zu torpedieren, nachdem Russland mir von vornherein eine klare Absage für eine konstruktive Zusammenarbeit erteilt hatte. Dabei hätte es noch eine richtig nette Partie werden können. Nachdem Deutschland sich mit mir nicht nachvollziehbaren mit seinen Armeen in Europa verirrt hatte, und weiter abbauen musste, wurde versucht, ein Dreierbündnis aufzubauen, um ein französisches Solo zu verhindern. Für mich ist es im Grundsatz eine Frage der Ehre, ein Solo eines Spielers zu verhindern. Meine Vermutung, dass man mit diesem Zaren schlecht zusammen spielen kann, weil er Diplomatie als Dauerintrige versteht, hat sich leider bestätigt. Der Versuch, das Solo zu verhindern ist letztlich auch daran gescheitert, dass Russland sich an nichts gehalten hat. Da ich damit gedroht hatte, im Falle eines Vertragsbruchs Frankreich bedingungslos zu unterstützen, und ungerne leere Drohungen ausspreche, habe ich die Ankündigung zum Schluss umgesetzt, auch um zu verhindern, dass Russland gar noch Teil eines Zweierdraws wird. Das hat Russland mit seiner Spielweise nicht verdient. Als Spieler, der auf vielen Cons gespielt hat, und der auch hier einige Partien hinter sich gebracht hat, empfinde ich es schon als unangenehm, wenn ein Spieler ein Solo erreicht. Dies ist die größt anzunehmende Niederlage, und ist bei halbwegs solide spielenden Spielern eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, was der Zar nicht verstanden hat. Es gibt in dieser Partie – abgesehen von Frankreich – schlicht nur Verlierer, und bei einem Solo zählen aus meiner Sicht am Schluss die Center nicht. Schade, wenn jemand nur auf den 2. Platz spielt, auch wenn er sich zu diesem Zwecke eine demütigende Niederlage einhandelt. Auf Spieler, deren diplomatischen Fähigkeiten sich nur auf Intrige erstrecken, wie es für mich bei Thomas den Anschein hatte, lasse ich mich sowieso nicht gerne ein. Vertrauen muss man sich erarbeiten. Hervorragend ist natürlich, dass es Frankreich gelang, den Russen für sich zu instrumentalisieren. Denn ohne den Russen ging nichts gegen Frankreich. Allen einen herzlichen Gruß! |





