Partie-Übersicht
| Spielleitung | Beginn | nächste ZAT | Zugabgabe an Spielleiter | Ende |
| Tobias Franke | 23.11.2009 | Partie ist beendet | Mail inklusive Zugkopie | 08.06.2010 |
Diese Diplomacy-Partie wird von und für Ludomaniac geführt. Es gelten die Standardregeln in Verbindung mit den Hausregeln. Bei Fragen und Fehlern ist der Spielleiter umgehend zu informieren. Wird ein Fehler erst nach der nächsten Auswertung angezeigt, so wird dieser nicht nachträglich korrigiert. Die Grafikauswertung ist verbindlich, die Textauswertung unverbindlich!
Die Partie endete mit einem Solo-Sieg Russlands im Herbst 1909!
Spieler-Übersicht
| Nation | Spieler | NMR | Ersatz | VZ | Platz | Bemerkungen | |
| Österreich-Ungarn | Lars Juister | 0 | F1901 | 1 | 4 | ||
| Großbritannien | Michael Stöter | 1 | 0 | 6 | im Exil seit Herbst 1904 | ||
| Frankreich | Jannick Joost | 1 | F1902 | 10 | 2 | ||
| Deutsches Reich | Matthias Knöchel | 0 | 0 | 5 | im Exil seit Herbst 1909 | ||
| Italien | Udo Mathar | 1 | F1906 | 5 | 3 | ||
| Russisches Reich | Philipp Hocher | 0 | 18 | 1 | Solo-Sieger | ||
| Osmanisches Reich | Ramon Schöb | 1 | 0 | 7 | im Exil seit Herbst 1903 | ||
| Nachrichtenzentrum | Mail an alle Spieler | ||||||
| Völkerbund | Spielleitung |
Eilmeldungen
+++ Friede in Europa wieder hergestellt!!! +++ Großzar Philipp verkündet Waffenruhe +++ Deutscher Kaiser muss sich doch noch ein Exil suchen +++ Verbliebene europäische Herrscher schließen sich dieser Waffenruhe an +++ Grenzen sollen vertraglich nach dem aktuellen Stand festgeschrieben werden +++ Deutschland wird Fußballweltmeister +++
Grafikauswertung Herbst 1909
Textauswertung Herbst 1909
| Nation | Züge | Rückzüge | Auf- und Abbauten | |
| Österreich-Ungarn | A MUN S A PIE – TYR (*Cut*) A TRI S A PIE – TYR (*Disbanded*) | – | – | |
| Frankreich | F NAO – NWG F CLY S F NAO – NWG A EDI xxx F LON – ENG F ENG – BEL F HEL – NTH (*Fails*) A BUR S A MUN A RUH S A MUN A PIE – TYR F EAS – SMY | – | – | |
| Deutsches Reich | A HOL xxx (*Disbanded*) | – | – | |
| Italien | F AEG S F EAS – SMY F GRE – BUL (sc) (*Fails*) F ALB S A TRI F ION – TUN A VEN S A PIE – TYR | – | – | |
| Russisches Reich | A TYR – TRI A VIE S A TYR – TRI A BUD S A TYR – TRI A SER S A TYR – TRI A SIL – MUN (*Fails*) A BER S F KIE A DEN S F KIE F NTH – HOL F KIE S F NTH – HOL F NWG – NTH F NWY S F NWG – NTH F SKA S F NWG – NTH A BUL xxx F CON S A BUL | – | – |
Erläuterungen zu den hervorgehobenen Befehlen der Textauswertung siehe unten.
Rückblick auf vorherige Züge
Der Rückblick auf die vorherigen Züge ist auch über das Adjudicator-File möglich. Voraussetzung ist natürlich der Adjudicator (in diesem Fall jdip). Sollten Schwierigkeiten auftreten oder Karten einzeln benötigt werden, so möge man mich bitte kontaktieren.
Verteilung der Versorgungszentren
| Nation | 00 | 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | |
| Österreich-Ungarn | 3 | 5 | 6 | 7 | 7 | 4 | 2 | 2 | 2 | 1 | |
| Großbritannien | 3 | 4 | 4 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Frankreich | 3 | 5 | 5 | 6 | 7 | 8 | 10 | 10 | 10 | 10 | |
| Deutsches Reich | 3 | 5 | 6 | 6 | 5 | 5 | 3 | 3 | 2 | 0 | |
| Italien | 3 | 4 | 5 | 5 | 5 | 6 | 5 | 4 | 5 | 5 | |
| Russisches Reich | 4 | 7 | 6 | 8 | 10 | 11 | 14 | 15 | 15 | 18 | |
| Osmanisches Reich | 3 | 4 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Pressemitteilungen
MÜNCHNER BRETZEL – GIBT ES JETZT ETWA EINE EOG-DISKUSSION (EoG II)
München im Spätherbst 1909 – Aufgrund der dreisten Äußerungen des französischen Jungkaisers, hat sich der alte Habsburger noch einmal zu Wort gemeldet. Experten sorgen sich, dass dies zu einer EOG-Diskussion führen könnte, im schlimmsten Fall könnte sogar der Friedensprozess gefährdet sein, was wohl den Untergang des jungen Freistaates Bayern bedeuten würde.
„Da überrede ich diesen Franzosen zur Annahme der Kaiserwürde, unterstütze ihn in allen Belangen und dann soll ich unflexibel sein…
Unverschämt so etwas, unverschämt… Ich werde den Bengel meinen Stock zu spüren geben…“
Franz V. aus dem Hofbräuhaus (welches er immer öfter mit der Hofburg verwechselt)
——
Es ist immer wieder grandios, zu sehen, wie das Spiel aus den anderen Perspektiven aussieht.
Aus meiner Sicht war es nämlich Italien, das auf einen Angriff auf Deutschland drängte. Es drängte mich von Anfang an, ihm den Durchzug durch Tirol zu gestatten, um Deutschland angreifen zu können – jedenfalls nannte es diesen Grund, vielleicht sollte es auch gegen mich gehen. Ich versuchte den König hinzuhalten und deutete schwammig an, dass man später gemeinsam gen Norden marschieren könne, damit er mir nicht zu schnell aus dem Ruder liefe. Eigentlich wollte ich – wie wohl fast jeder Österreicher – Italien überzeugen, nach Westen zu gehen, oder es zu neutralisieren, indem ich es mit Frankreich aufteile, da stieß ich aber sowohl bei Italien, als auch bei Frankreich auf taube Ohren.
Mit dem deutschen Kaiser kam leider keine ordentliche Beziehung auf, da er auf Depeschen häufig nicht antwortete und wenn doch, dann nur sehr spärlich. In der Tat habe ich dann auch keine großartigen Angebote mehr gemacht – möglicherweise ein Fehler.
Armer alter Franz, verraten von Russland, Deutschland und Italien … und einer französischen Intrige zum Opfer gefallen.
Wir treffen uns wieder Jannick! (Phillipp steht so oder so auf meiner Liste.)
LE FIGARO – MONARCHIE HAT SICH AUSGEZAHLT (EoG)
Paris im Herbst 1909 – folgenden Tagebucheintrag darf unsere Zeitung
exklusiv abdrucken:
Hoffnungslos war die Lage Frankreichs sicherlich nicht, als im Frühling 1902 die Republik unterging und die Monarchie mit mir an der Spitze wie ein Phönix aus der Asche wiederauferstand (von 5 auf 10 VZ ist nicht schlecht). Und doch, es gab Anlass zu großer Sorge:
Das uns schutzbefohlene Belgien war an ein expansionslustiges Deutsches Reich gefallen, das die Generalmobilmachung gegen Frankreich angeordnet hatte und unsere Grenzen nunmehr mit drei Armeen bedrohte. England indes hatte die Gelegenheit am Schopfe gepackt und Verrat an Frankreich geübt, in dem es eine Flotte in den Ärmelkanal entsandte. Dies war ein mehr als unfreundlicher Akt, der nicht nur in der Bevölkerung das Verlangen nach Vergeltung mehrte, sondern ebenso bei mir. Englands feindliches Verhalten war die Grundlage für ein militärisches Bündnis mit Deutschland, das Frankreich neben ein paar hübschen Fußballclubs auch weit über seine Grenzen hinaus Geltung verschaffte.
Gesandte Frankreichs wurden an den Höfen Wiens und Sankt Petersburgs empfangen und galten bald auch als Sprechrohr eines zurückgezogenen Deutschen Herrschers.
Während sich um Frankreichs Grenzen die gesamten Streitmächte (ich wähle hier bewusst das Mittel der Übertreibung) Deutschlands und Englands versammelt hatte, war es dem Zaren gelungen, das entstandene Machtvakuum auszunutzen und unbehelligt die Kontrolle über Schweden und Norwegen (!!!) an sich zu reißen. An seiner Seite wusste der Zar dabei die Donaumonarchie, die nach dem ersten Jahr ebenfalls kraftstrotzend dastand, aber von einem altersschwachen Kaiser regiert wurde, der auf seine alten Tage leider etwas an Flexibilität eingebüßt hatte (ja – ich meine Dich damit Lars ;o))
Der spätere Sieg Russlands wäre wohl wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn Deutschland im Frühling 1902, im Jahre meiner Inthronisierung, nicht den tödlichen Fehler gemacht hätte, nach Tirol zu ziehen.
Die ohnehin nicht gute Beziehung zwischen Deutschland und Österreich war nach diesem Fauxpas völlig vergiftet und machte jede Hoffnung auf ein Bündnis der deutschen Länder gegen die russische Bedrohung zunichte. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl Österreichs hätte die Deutschland-Krise sicherlich rasch gelöst werden können. Doch anstatt konstruktiv an einer Lösung des Konfliktes mitzuarbeiten, feilte Ö, wie ich aus Italien erfuhr, bereits an konkreten Angriffsplänen gegen Deutschland und verstrickte sich dabei immer tiefer in das unheilvolle Bündnis mit Russland. Fide, sed cui, vide!
Der Kaiser hatte es vielleicht nicht erkannt, aber die Deutschland-Krise hatte zu seiner völligen Abhängigkeit von Russland geführt. Italien, ein vermeidlicher Verbündeter Habsburgs, schwebte in den kommenden Jahren zwischen einem Bündnis mit mir und dem Russen und lieferte mir zuverlässige Informationen über Österreichs Pläne gegen Deutschland.
Alle Versuche meinerseits zwischen Deutschland und Österreich zu vermitteln und Österreich von der Notwendigkeit eines Angriffes auf Russland zu überzeugen, scheiterten grandios an der Sturheit, mit der in Wien geherrscht wurde. Mir blieb nichts anderes übrig als ein italienisches Abwehrschild gegen eine mögliche (mit einem Bündnis I/R zwanghaft verbundene) Westexpansion Österreichs zu installieren, in der verzweifelten Hoffnung Kaiser Franz so doch noch zu einem Umlenken zu zwingen – letztlich vergebens.
So sehr ich mir das Bündnis D-Ö gewünscht hatte, so ernüchternd kam die Einsicht, dass ich nunmehr gezwungen war neue Wege zu bestreiten, ja die ultima ration zu ergreifen. Österreich wollte nicht gegen Russland marschieren. Wirklich nicht? Nein? Dann musste es eben dazu gezwungen werden. Ich ließ dem Zaren mehrere Depeschen zu kommen, in denen ich die Situation so interpretierte, dass eine längere Zusammenarbeit zwischen ihm und Österreich entweder im Verrat Österreichs oder aber in einer für ihn sehr ungünstigen Aufteilung der neueroberten VZs gipfeln würde. So wie ich dem Habsburger zuvor einen Angriff auf Russland nahegelegt hatte, so empfahl ich dem Zaren nun einen Erstschlag gegen Österreich.
Auch wenn der Zar sich entsetzt gab, merkte ich doch, dass meine Mühen nicht vergebens waren und tatsächlich auf fruchtbaren Boden stießen.
Der Rest ist schnell erzählt. Es kam zu einem Dreibund aller benachbarten Staaten gegen den längst isolierten Österreicher, wobei Deutschland nicht auf mich hören wollte und vom Zaren übers Ohr gehauen wurde. Österreich leistete so erstaunlich wenig Widerstand, dass ich etwas in Panik geriet und mich entgegen meines bisherigen Plans zu einer Intervention zu Gunsten Österreichs entschied. Im Nachhinein war das sicherlich ein Fehler.
Ich hatte Italien eigentlich (auch wenn der Zar Gegenteiliges behaupten wird) auf meiner Seite und bereits erste Pläne mit dem Duce geschmiedet, wie ein Solo Russlands zu verhindern gewesen wäre. Als es eigentlich schon längst zu spät war und ein Sieg des russischen Tyrannen im Grunde schon beschlossene Sache war, hatten mich ausgesprochen köstliche Depeschen vom österreichischen Kaiser dann doch dazu animiert, damit aufzuhören, in deutschen Landen VZs zu plündern, und stattdessen den Widerstand gegen den Zaren zu organisieren. Auch wenn es nur heißen konnte: Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss.
Ärgerlich ist vielleicht noch, dass ein Versuch eine solche Allianz nicht zwei, aber zumindest eine Runde früher ins Leben zu rufen, daran scheiterte, dass ein Gesandter Frankreichs in Rom von einer Straßenbahn überfahren wurde, noch ehe er die Botschaft übermitteln konnte. Mit dem blutdurchtränktem Fetzen Papier konnte der ital. Geheimdienst leider nichts mehr anfangen.
So bleibt mir am Ende nichts anderes übrig, als mich vor dem Zaren und seiner hervorragenden Leistung tief zu verbeugen und ihm zu seinem Sieg zu gratulieren: Tolle Leistung, Philipp.
Mit Lob überschüttet gehört natürlich auch unser Spielleiter für eine souveräne Leitung, schnelle Auswertungen und dafür, dass er immer ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Spieler gehabt hat (s. Layout ;o)
Dank auch an alle, die mitgespielt haben. Ich hätte nicht gedacht, dass Ersatzspielersein so viel Spaß machen könnte!
Dann also auf bald! Vielleicht sieht man sich ja demnächst an einem anderen Brett wieder!
Kaiser Jannick I.
MÜNCHNER BRETZEL (VORMALS WIENER HÖRNCHEN) – FREISTAAT BAYERN AUSGERUFEN (EoG)
München im Herbst 1909 – Europa ist geschlagen, Russland hat gesiegt. Es bleibt nur den Hut zu ziehen und sich vor dem siegreichen Zaren zu verneigen. Zumindest konnte Kaiser Franz einen Teil seiner Untertanen in die Fremde führen, die nun den Frieden und ihre Freiheit bejubelten. Unser Kaiser rief daraufhin den Freistaat Bayern aus, in dem die verbliebenen freien Deutschen und Österreicher eine neue Heimat finden sollen.
——
Ich bedanke mich bei allen für diese wirklich nette Partie. Die Partie litt ein wenig unter Spielerschwund – ich selbst bin ja auch nur eingesprungen – aber selten hatte ich als Ersatzspieler so viel Spaß (ich durfte ja aber auch sehr früh einsteigen).
Zunächst gelang es mir ganz gut, den Balkan unter den Habsburger Kronen zu vereinen. Der Osmane war in engem Schulterschluss mit St. Petersburg schnell aus dem Weg geräumt. Danach kam ich nicht mehr so recht voran, da Italien und Deutschland mich unter Druck hielten, und der Zar sich auch nicht dazu überreden ließ endlich auf Deutschland zu marschieren, damit ich den Rücken frei für einen Krieg gegen Italien hätte. Angesichts des Zögerns auf russischer Seite wäre ich vielleicht da schon zu einem Westbündnis bereit gewesen. Auf der anderen Seite wollte der Deutsche auch nicht gegen Russland vorgehen. Russland war wegen seiner Erfolge im Norden so stark geworden, dass ich mir durchaus ein wenig Sorgen machte. Die Verhandlungen mit ihm hatten mir aber so viel Spaß gemacht und aus Deutschland und Italien kamen einfach keine verlässlichen Zusagen, dass ich im Osten still hielt – zumal ich es wie getippt eigentlich eher auf Italien abgesehen hatte – um dann mit R gegen F oder mit F gegen Rzu ziehen. Dann kam er aber auch schon … der fiese Stab des hinterhältigen Zaren. Da zieht mich dieser Newbie einfach über den Tisch und das auch noch gewaltig. Dazu fallen mir nur zwei Worte ein: 1. Frechheit, 2. Respekt!
Die Verhandlungen mit Phillip liefen durchweg sehr rollenspielerisch ab, was mir einen Mordsspaß gebracht hat. Bis hin zu den Schmähungen, die der verratene Franz dem „elenden Verräter“ nach dem Stab zukommen ließ.
Nach dem Einstieg von Jannick kam auch ordentlich Leben in die Beziehungen mit Frankreich. Zuletzt habe ich mich dann sogar dem französischen Kaiser – nachdem er den Titel endlich angenommen hatte – unterworfen, um den finsteren Russen noch zu stoppen, wozu es dann aber nicht mehr gereicht hat.
Sehr schöne Partie, vielen Dank an den souveränen SL!
WÄCHTERSTIMME MOSKAU – ANSPRACHE VON ZAR PHILIPP ZUM EINGEKEHRTEN FRIEDEN (EoG)
St. Petersburg im Herbst 1909 – endlich ist es uns gelungen, wieder Frieden in Europa einkehren zu lassen.
Ich bin hoch erfreut, dass ich, Zar Philipp von Russland, einen entscheidenden Teil zu der neuen Ordnung in Europa beitragen durfte. Ich bin stolz auf das russische Volk, das in den vergangenen Jahren viele Opfer zu beklagen, aber auch viele Helden zu feiern hatte. Ebenso erging es den übrigen Völkern Europas. Es hat mich betrübt, dass so viele Herrscher sich aus der Verantwortung stahlen, als die schwersten Stunden für Ihre Völker schlugen. Umso dankbarer bin ich den Nachfolgern, die die oft so undankbare Aufgabe übernahmen Verantwortung für die Neugestaltung Europas zu übernehmen und, wenn nötig, bis zum bitteren Ende auszuhalten.
Für mich war es das erste mal, dass ich die Führung eines europäischen Landes übernahm. Auch dieser Tatsache ist es wohl zu schulden, dass ich zwar durchaus mit Weitblick im Bezug auf diesen Krieg, vielleicht jedoch etwas kurzsichtig im Bezug auf die fernere Zukunft kommender Kriege gehandelt habe. Ich meine damit vor allem den Überfall auf Österreich und Ungarn, den mir der Regent hoffentlich dereinst verzeihen wird. (Danke Lars für wunderbares Rollenspiel. Die Anschuldigungen nach dem Stab haben mich arg mitgenommen – zurecht.)
Nachdem die Türken geschlagen und die Engländer zurückgedrängt waren, gab es im Osten Europas großen Zweifel über das weitere Vorgehen. Kreuzweise in Verhandlungen mit Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass Österreich nur darauf wartete, dass ich wie vereinbart das Deutsche Reich angreife, um sich dann mit den Deutschen gegen mich zu verbünden. Frankreich setzte schon seit einiger Zeit großes diplomatisches können ein, um einen Keil zwischen Österreich und Russland zu treiben. Ich war bemüht, meine Entscheidung unbeeinflusst von den französischen Demagogen zu treffen, was mir letztlich vielleicht nicht ganz gelang. Italien machte sich stark für einen gemeinsamen Angriff auf Österreich und auch Deutschland war dafür zu gewinnen. Zu dritt hätten Österreich schnell verputzt. Als die Deutschen mir dann quasi ihr halbes Land zur Eroberung anboten, mir kein einziges kritisches Wort entgegen brachten, als ich meine Truppen von Norden in Stellung bringen wollte, entschloss ich mich zum Doppelschlag. Dänemark, Berlin und ein Angriff auf Österreich in einem Herbst. Die Gewonnenen VZs sicherten das Überleben.
Von da an ging es ohne erwähnenswerte Vorkommnisse bergauf, bis sich die
übrigen Nationen noch einmal gemeinsam gegen Russland aufbäumten. Nach dem Herbst 1906 bekam ich von Frankreich die Anfrage, ob ich mir einen Draw vorstellen könnte. Ich vermute, dass Frankreich spätestens nach meiner schwammigen Antwort darauf einen Krieg gegen Russland direkt vorbereitet hat. Drei Tage später kündigten sie an, die Nordsee nicht wie vereinbart wieder zu verlassen. Es sollte sich herausstellen, dass diese Entscheidung noch eine ganze Weile die letzte Chance wahrte, Russland zu besiegen. Den Krieg im Bündnis mit Italien zu Ende zu führen hätte ich mir durchaus vorstellen können. Lange war ich mir nicht darüber im klaren, ob ich es im Alleingang auch schaffen würde und wollte. Dann folgte der wiederholte Regierungswechsel in Italien – die Italiener waren bis dato zwar meist
ehrlich, aber nur selten sonderlich kommunikativ gewesen, der Krieg gegen Österreich wäre daran beinahe gescheitert. Der Stab Italiens gegen Russland traf mich zwar nicht unerwartet, aber doch recht unvorbereitet. Dennoch konnte das Bündnis nur bedingt Erfolge verbuchen. Bald war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die 18 voll waren. Hätten sich die Alliierten nur ein Jahr früher zusammengerauft, hätte es deutlich anders aussehen können. Am Ende führte auch Zeitmangel und Unbedachtheit dazu, dass ich einige Chancen ausließ, den Krieg endgültig zu beenden.
Ich danke den Herrschern Europas für die Gesprächsbereitschaft in (fast) jeder Phase des Krieges. Vor allem danke ich dem unabhängigen, stets korrekten und freundlichen Tobias für perfekte Organisation.
Grüße, und bis zum nächsten Krieg.
Gez. Philipp, Zar von Russland, Herrscher Europas.
WÄCHTERSTIMME MOSKAU – FEIERN IN WIEN, MÜNCHEN UND PHILIPPSBURG GEPLANT – HABSBURGER BLUT IM STAMMBAUM PHILIPPS NACHGEWIESEN
St. Petersburg im Frühjahr 1907 – Unser großer Herrscher Zar Philipp der Große nutzte die Gunst der Stunde um am gestrigen Nationalfeiertag seinen jüngsten Sohn als Verwalter Ost-Russlands einzusetzen. Prinz Konstantin soll von Wien aus das Gebiet von der Moldau bis zum Oberrhein verwalten. Obwohl Wien momentan angeblich noch in der Hand der Rebellen sei, wurden für nächsten Monat große Siegesfeiern in Wien und München angesetzt. Unbestätigten Quellen zufolge, wird sich unser großer Zar und gnädiger Herrscher bei diesem Anlass in Wien zum Kaiser von Gottes Gnaden von Österreich krönen lassen.
Die Philipps-Universität von St. Petersburg gab derweil bekannt, führende Genealogen haben die Rechtmäßigkeit dieses Unterfangens nachgewiesen. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ivan Kuvinow wörtlich: „Wir konnten nachweisen, dass in der Habsburger Linie im 18. Jahrhundert ein Bruch besteht. Der rechtmäßige Thronerbe hätte schon damals aus dem Hause der russischen Zaren stammen müssen. Dies konnte die Österreicher Linie mit der ihr eigenen Heimtücke verhindern. Zar Philipp der Große ist der rechtmäßige Kaiser von Österreich und des heiligen römischen Reiches.“
Philipps Sohn kündigte an, die in der Stadt Philippsburg, nur wenige Kilometer von der neuen russischen Grenze zu Frankreich in kürzester Zeit einen Palast für seinen Vater errichten zu lassen, „prächtiger, als alles was je im Westen gebaut wurde“.
WIENER HÖRNCHEN – ÖSTERREICH-UNGARN IN SEINER SCHWERSTEN STUNDE
Wien im Herbst 1906 – Erstmals seit dem feigen Überfall italienischer und slawischer Horden wandte sich unsere geliebte kuk Majestät wieder an sein Volk. Sichtlich gezeichnet von den Ereignissen, die tiefe Wunde eines hinterrücks vorgetragenen Dolchattentats nur mühsam verbergen könnend, erklärte er: „Mögen Gott und Österreich-Ungarn uns vergeben! Wir vertrauten … und wurden verraten. Zu feige, gierig und heimtückisch, um offen den Krieg zu erklären, haben uns die Horden Roms und der slawischen Steppen überfallen und drangen tief in unser Reich vor. Der neue mordbrennende Attila spricht in seinem Blutwahn gar von einem Bündnis mit uns. Auch jetzt ist er noch zu feige, einzugestehen, dass allein tyrannische Kriegssucht ihn antreibt. Stattdessen versucht er uns, der wir stets unsere Verträge mit St. Petersburg hielten, auf das Niederträchtigste zu verhöhnen. Ungarn ist bereits verloren und auch Österreich wird den militärischen Widerstand nicht lange aufrecht erhalten können. Doch in dieser seiner schwersten Stunde zeigt das Haus Habsburg, dass es von Stolz und Ehre bewohnt wird. Statt unsere Mannen sinnlos abschlachten zu lassen, führen wir sie in eine letzte große Schlacht. Wir weichen einem Verräter aus, um den anderen um so härter treffen zu können und so das feige Bündnis zu schwächen. Möge unser Widerstand lange genug andauern, bis die letzte beste Hoffnung Europas seine Kräfte zusammengezogen hat. Oh ja, meine Untertanen, noch gibt es einen Funken Hoffnung für Europa. Dieser Funken glüht in Frankreich. Einst in demokratischer Anarchie dahindümpelnd, hat ein großer Mann es binnen kürzester Zeit zu neuer Stärke geführt. Dieser große König nahm nun die ihm längst zustehende Kaiserwürde an. Wir grüßen und beglückwünschen unseren Bruder Kaiser Jannick! Wir setzen all unsere Hoffnung in Euch, haltet die Barbarenhorden auf und rettet die Völker Europas! Wir werden unseren letzten Blutstropfen geben, um Euch bei dieser heiligen Mission zu unterstützen!“
LE FIGARO – EKLAT BEI PRESSEKONFERENZ – SCHUHWURF WIRD GESCHICHTE SCHREIBEN
Paris im Frühling 1906 – Gestern stand der französische Außenminister Rede und Antwort zur Italien Krise.
Auf einer Pressekonferenz, die in Europa mit großer Spannung erwartet wurde, nahm nun erstmals unser geliebter Außenminister Baron Vague de l‘Ouest Stellung zur aktuellen Italien-Krise. Er wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe italienischer Journalisten, Frankreich habe das Königreich Italien kaltblütig und ohne ernstzunehmenden Grund überfallen.
„Das ist doch ausgesprochener Unsinn“, kommentierte der Außenminister gelassen kritische Fragen der Italiener. „Frankreich hat niemals einen Krieg gewollt!“
Ein russischer Reporter fragte daraufhin, wie dann der Überfall auf Tunesien zu erklären sei.
„Es ist vermessen von einem Überfall zu reden“, sagte Baron Vague de l’Ouest breit grinsend. „Frankreich hat Tunesien annektiert, um den Frieden im Mittelmeer zu sichern. Niemand konnte ahnen, dass Italien mit solcher Feindseligkeit auf diesen friedlichen Akt reagieren würde. Unmittelbar nachdem der Hafen von Tunis besetzt wurde, hat S.M. Kaiser Jannick einen Gesandten nach Rom geschickt, der den französischen Wunsch nach Frieden übermitteln sollte. Doch in Rom hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht ihn anzuhören! Frankreich ging es darum einen strategisch wichtigen Stützpunkt im Mittelmeer zu besetzen, um nicht mehr und nicht weniger! Zur Eskalation hat es allein der italienische König kommen lassen, dessen Führungsstil stark an spätrömische Dekadenz erinnert!“
Auf die Frage, ob eine Versöhnung überhaupt noch Möglich sei, antwortete Baron Vague de l’Ouest verschnupft: „Der italienische König hat mich persönlich enttäuscht. Wenn sich der italienische König bei mir und dem Kaiser entschuldigt, werden wir sicherlich die letzten sein, die sich Friedensverhandlungen in den Weg stellen. Bleibt eine Entschuldigung aber aus, lassen wir unsere Kanonen sprechen.“
Als ein italienischer Journalist mit einem Schuh nach dem Baron Vague de l’Ouest warf, wurde die Pressekonferenz kurzerhand abgebrochen und der Außenminister in Sicherheit gebracht. Kaiser Jannick wollte die Äußerungen seines Außenministers zwar nicht weiter kommentieren, distanzierte sich aber über einen Regierungssprecher: „Das ist sicherlich weniger der Duktus Seiner Majestät.“
LE FIGARO – FRANKREICH HAT WIEDER EINEN KAISER!!!
Paris im Frühling 1906 – stolz dürfen wir folgende Worte unseres geliebten Herrschers abdrucken:
Wir Jannick, von Gottes Gnaden König aller Franzosen, nehmen hiermit die Kaiserwürde an.
Es ist uns und all unseren Nachfolgern beschieden an das historische Erbe unserer glorreichen Nation anzuschließen und das Wohle Frankreichs als sein Kaiser zu mehren und es gegen Feinde von Innen wie Außen zu schützen. Fortan führen wir und unsere Nachfolger in allen Angelegenheiten Frankreichs, zu dem als Kronvasallen nunmehr auch Großbritannien, Spanien, Portugal und Tunesien zu zählen sind, den kaiserlichen Titel mit uns.
Vive la France, vive l‘empereur!
Le Comte de Michelle p.o. son Excellence le Roi et l’Empereur“
WÄCHTERSTIMME MOSKAU – AUSWEITUNG DES RUSSISCH-ÖSTEREICHISCHEN BÜNDNISSES – ITALIENISCH-RUSSISCHE VÖLKERFREUNDSCHAFT BESIEGELT.
St. Petersburg im Winter 1905 – Voller Stolz zeigte sich unser großer Herrscher Zar Philipp bei der Militärparade anlässlich des Namenstages seiner Tochter am letzten Sonntag. Er sei dankbar, einem so tapferen, großen und aufrichtigen Volk vorzustehen, rief er vom Balkon des Petersburger Palastes. Er sei fest entschlossen mit Hilfe der Söhne unseres Landes, die an den Grenzen im Westen für Frieden und Wohlstand in Europa kämpften, den heiligen Auftrag Russlands zu erfüllen und endlich wieder Frieden in Europa einkehren zu lassen. Ein erster Schritt hierzu sei die planmäßige offizielle Vereinigung Russlands mit Österreich-Ungarn. Der Kaiser habe einer Abdankung bereits zugestimmt, womit der Weg frei sei für die Krönung Philipps zum Kaiser Österreichs und König Ungarns. Philipp begründete diese Ausweitung des russischen Reiches: „Europa braucht eine starke Hand, die diesem grauenerregenden Gemetzel endlich ein Ende bereitet. Die Vereinigung der beiden Nationen kann als Ausweitung des Bündnisses gesehen werden.“
Während dessen besetzten die ersten russischen Truppen Rumänien und Bulgarien. Der neuernannte Minister für Zeremonien und Paraden zu Ehren des russischen Volkes verkündete, er sei bereits mit den Feierlichkeiten zur Thronbesteigung in Budapest beschäftigt. Ebenfalls zu der Militärparade geladen war Kaiser Alex von Italien, der durch Zar Philipp demonstrativ herzlich empfangen wurde. Italien und Russland, so betonten beide, stünden brüderlich Seite an Seite auf dem politischen Parkett wie auch auf dem Schlachtfeld. „Ohne die stolzen Italiener“, so Philipp, „hätten wir die ungarischen Rebellen nicht besiegen können. Es erfüllt uns mit großer Wut, dass so viele österreichische Rebellenheere nun Oberitalien bedrängen. Aber wir lassen uns nicht schrecken, wir lassen uns nicht erpressen. Wir werden die Rebellen gemeinsam vernichten uns die Bevölkerung Österreichs wieder befreien.“
Angespannt ist die Lage dagegen weiterhin im Mittelmeer, weswegen der französische Gesandte, der ebenfalls geladen war, im Anschluss der Feierlichkeiten mit Außenminister Krotjow zu Gesprächen zusammentraf. Über deren Ausgang ist gibt es Momentan jedoch noch keine weiteren Informationen.
WIENER HÖRNCHEN – FRIEDEN MIT DER TÜRKEI
Wien im Winter 1903 – Nach der Vernichtung der letzten osmanischen Armee durch Italien und der endgültigen Niederlage des Sultans erklärte seine kuk Majestät heute den Krieg mit dem osmanischen Reich für beendet. Wie aus der Hofburg berichtet wird, bot unser Herr dem Sultan einen sicheren Altersruhesitz auf Zypern an.
So dauert der Zweifrontenkrieg nicht weiter an. Mögen die feigen Deutschen, die uns hinterrücks überfielen, sich in Acht nehmen vor dem Zorn Franz V..
WÄCHTERSTIMME MOSKAU – KRIEG GEGEN ENGLAND – HOF SOLL VERLEGT WERDEN – KONSTANTINOPEL BALD KARINGRAD?
St. Petersburg im Sommer 1903 – Die Freude über den bevorstehenden Sieg gegen das Osmanische Reich ist groß.
Die Reaktionen aus Regierungskreisen bleiben allerdings gedämpft. Grund ist der Überfall der Briten auf Norwegen. Der Kriegsminister gab nach seiner Rückkehr aus Oslo eine Pressekonferenz. Mit Zornesröte im Gesicht rief er: „Es gab einen Vertrag mit den Engländern, der den russischen Schutz über Skandinavien sicherte. Doch ein Engländer schert sich scheinbar nicht um Verträge. Unsere Truppen haben ihnen gezeigt, dass man einen Vertrag mit dem russischen Reich nicht bricht. Norwegen ist wieder frei.“ Wenig später erhielt unsere Zeitung die schriftliche Meldung, man sei mit Frankreich darüber eingekommen, dass die englischen Piraten nicht länger die Nordmeere unsicher machen dürften. Dennoch gab ein Sprecher des Zaren gestern in Warschau zu: „Aufgrund der Turbulenzen im Norden und der Bedrohung durch die Flotten der Verräter wird darüber dachgedacht, den Regierungssitz und den Hof des Zaren nach Moskau zu verlegen.“
Die geplante Siegesfeier zum Sieg über die Türken solle ebenfalls in Moskau stattfinden. Hierzu werden hochrangige Vertreter der k.u.k. Majestät und des italienischen Kaisers erwartet.
Zur Lage im Süden meinte Zar Philipp bei einer Pressekonferenz in Rom: „Die Verhandlungen laufen gut.“ An Gesprächen im Vatikan, an denen angeblich der neue Papst Pius X., Kaiser Alex von Italien, Zar Philipp, der Patriarch von Konstantinopel Konstantin V. und Vertreter der russischen orthodoxen Kirche teilnehmen, wird allem Anschein nach über eine Verwaltung Karingrads (Konstantinopels) durch Russland verhandelt. Voraussetzung hierfür scheint allerdings die Wiedereinführung eines Patriarchates in Moskau zu sein.
WIENER HÖRNCHEN – OST- UND WESTROM SIND WIEDER VEREINIGT!
Wien im Winter 1902 – Nach 850 Jahren der Spaltung, nach 450 Jahren muselmanischer Unterjochung, sind West- und Ostrom nun wieder vereint. Nahezu ohne Gegenwehr zog die erste italienische Flotte in Konstantinopel ein und beendete die Jahrhunderte der Trennung! Die Hagia Sophia soll bereits unter dem Schutz der Schweizer Garde stehen und so schützen nun die Truppen des Papstes unsere Grenzen vor der osmanischen Schar.
Gott sei es gedankt!
WIENER HÖRNCHEN – KRIEG GEGEN DIE OSMANEN
Wien im Sommer 1902 – Nach den erschreckenden Erklärungen des türkischen Sultans im Frühjahr 1901, in denen er sein Volk zum heiligen Krieg gegen die Ungläubigen aufrief und davon auch auf diplomatischen Wegen keinen Abstand nahm, hat unser Herr, Kaiser und König, dem osmanischen Reich den Krieg erklärt. Mit dem Ausruf „Nie wieder dürfen türkische Soldaten vor Wien stehen!“ führte seine kuk Majestät die erste Budapester Armee gegen die Türken in Bulgarien. Dank der Unterstützung der ersten Triester Flotte und der russischen Schwarzmeerflotte, die die Türken bereits in Rumänien erfolgreich zurückgeschlagen hatte, gelang ein grandioser Sieg: Bulgarien wurde den Türken entrissen, die dort stationierte Armee des Sultans vernichtet! Bewundert werden muss auch der Erfolg des russischen Zaren, der – obwohl ein guter Teil seiner Truppen bei einer äußerst erfolgreichen Kampagne in Skandinavien gebunden ist – bereit war, die ungarische Armee zu unterstützen und dem es zugleich gelang den Türken von Osten her unter Druck zu setzen, indem er Armenien errang.
Ein Hurra unseren tapferen Soldaten! Ein dreifaches Hurra unserer kuk Majestät!!
WIENER HÖRNCHEN – DEUTSCHER ÜBERFALL AUF TIROL!
Wien im Sommer 1902 – Ohne jede Vorwarnung überfiel eine deutsche Armee Österreich und besetzte Tirol. Es ist völlig unbekannt, was der deutsche Kaiser damit erreichen will. Seine kuk Majestät wurde auf dem bulgarischen Schlachtfeld von dieser Nachricht überrascht. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen war zu hören, dass Franz V. derzeit noch versucht die Krise auf diplomatischem Wege zu klären. Der Kaiser soll Berlin allerdings überaus deutlich zum sofortigen Abzug aufgefordert haben.
Flüchtlinge aus Tirol forderten derweil die Verteidigung ihrer Heimat. Die erste Wiener Armee soll bereits zur Verteidigung nach Wien zurückbeordert worden sein und die Mobilisierung weiterer Truppen erwogen werden.
Gott stehe unserer kuk Majestät bei, der unsere Heimat nun an zwei Fronten verteidigen muss!
WIENER HÖRNCHEN – FRANZ V. GRATULIERT KÖNIG JANNICK
Wien im Frühling 1902 – Nach vielen Jahrzehnten der Irrungen und Wirrungen hat Frankreich dem demokratischen Virus abgeschworen. Eine breite Bewegung treuer Monarchisten hob den Großneffen Napoleons des Dritten auf den Thron und bejubelte König Jannick I. Auf der Rückreise von Bulgarien nach Wien äußerte sich seine kuk Majestät ausgesprochen erfreut über die Vorgänge in Paris: „Es ist ein guter Tag für Europa, wenn ein weiteres Volk von seinem rechtmäßigen Monarchen regiert wird und den Zustand der Anarchie hinter sich lässt. Wir gratulieren König Jannick von Herzen und heißen ihn willkommen im Kreis der gekrönten Häupter Europas.“ Auf den Fluren der Hofburg heißt es bereits, dass gegenseitige Staatsbesuche vereinbart werden sollen, sobald die angespannte Lage in Europa es zulässt.
LE FIGARO – PUTSCH IN FRANKREICH!!!
Paris im Frühling 1902 – Die Zeiten der Dritten Republik sind vorbei, eine Revolution hat Frankreich die Monarchie zurückgebracht!
Ein Revolutionsheer tausender Monarchisten hat in der vergangenen Woche die Kontrolle über Paris erlangt und gestern Abend nach heftigen Zusammenstößen zwischen Revolutionären und der Leibgarde des Präsidenten Émile Loubet samt seiner Regierung festgenommen und des Landes verwiesen. Wenig später kehrte König Jannick, ein Großneffe Napoleons III., aus seinem Exil in Schleswig-Holstein zurück und krönte sich noch im Zug zum neuen König Frankreichs.
Tausende Menschen empfingen König Jannick heute bei seiner Ankunft in Paris und jubelten ihm zu. Dann trat Seine Majestät der König vor die Massen und hielt eine kurze Rede, in der er sein Volk beschwor, Stärke zu beweisen und das Trauma der Republik zu überwinden. „Ich verspreche Euch nicht den Sieg, Landsleute“, sagte Jannick am Ende seiner eindrucksvollen Rede, „doch ich verspreche Euch, alles zu tun, um den Fortbestand Frankreichs auf ewig zu sichern und Frieden über ein geeintes Europa zu bringen!“
Ein Sprecher des Königs erklärte später, dass sich Seine Majestät nun einen Überblick über die Lage verschaffe und danach mit seinem Generalstab zusammentreffen werde, um dem künftigen Kurs Frankreichs zu bestimmen. In den nächsten Tagen wird Seine Majestät Gesandte aussenden, die den Herrschern von Europas Großmächten einen Besuch abstatten werden.
WÄCHTERSTIMME MOSKAU – ZAR RECHTFERTIGT BEFEHLE; KAMPFHANDLUNGEN IM SCHWARZEN MEER DEMENTIERT
St. Petersburg im Frühling 1901 – Seit nunmehr Tagen ranken sich Gerüchte über die Mobilisierung der gesamten russischen Armee. Vor allem das Auslaufen der Nordmeerflotte wurde aus pazifistischen Kreisen scharf kritisiert. Die Regierung um Zar Philipp verweigerte Tagelang jeglichen Kommentar.
Nun wurde das Schweigen gebrochen. Zar Philipp sagte in einer großartigen Rede zum Jahrestag der Stadtgründung: „Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei den tapferen Helden, den Söhnen unseres stolzen Volkes. Zur Rettung des Friedens in Europa und zur Mehrung des Ruhmes Russlands hat der Rat beschlossen unsere Kriegsflotte nach Schweden zu entsenden.“ Die Flotte habe keinen Auftrag zu Kampfhandlungen, sondern sei einzig mit dem Schutz Schwedens beauftragt.
Zugleich dementierte der Kriegsminister des Reiches Berichte über Kampfhandlungen im Schwarzen Meer: „Es sind keine Schüsse gefallen“, sagte er auf einer Friedenskonferenz in Zürich. „Wir stehen nicht im Krieg mit den Türken. Es gibt einen Vertrag über den gemeinsamen Schutz des schwarzen Meeres vor der zunehmenden Gefahr von Piraterie.“ Zugleich betonte er, es sei der Regierung ein großes Ärgernis, wie Konstantinopel sich gegenüber der orthodoxen Minderheit in ihrem Reich verhalte. „Das werden wir auf Dauer nicht dulden“.
IMPERIALES KONSTANTINOPOLISCHES WELTBLATT – OSMANISCHES REICH ZIEHT IN DEN KRIEG GEGEN BULGARIEN
Konstantinopel im Frühling 1901 – Gestern wurde in Konstantinopel der Schluss des Ramadans gefeiert. Unser allwissender Sultan Mehmed V., Allah überhäufe ihn mit tausend Datteln, sprach zum Osmanischen Volk:
„Geliebtes mein Volk Allahs. Vor wenigen Jahren rotteten sich die Völker Satans zusammen. Sie bewaffneten sich und überfielen unsere tapferen Krieger. Durch Hinterlist, Verrat, Betrug und Verstopfung unserer Latrinen massakrierten und vergifteten sie uns. Jede Familie unter euch hat ein Sohn oder Vater verloren. Allah hatte unser Land mit unsäglichem Leid bestraft. Allahs Wille war ungewiss. Aber ich sage euch jetzt, wir Osmanen sollten wachsen. Wir sollten lernen mit Schmerz, Tod und verstopften Latrinen umzugehen. Allah wollte einen Beweis unseres Glaubens und die Anstellung von Feldklempnern. Heute bricht eine neue Zeit an. Allah vertraut wieder auf sein Volk. Die Völker Europas rüsten auf. Dies ist ein klares Zeichen. Es ist Allahs Wille, dass das Volk Osman in den heiligen Krieg zieht. Folgt mir Söhne Mohameds, folgt mir in den heiligen Krieg zur Bestrafung der ungläubigen Bulgaren.“
Aus dem Volk waren vereinzelte Jubelrufe zu vernehmen. Laut Regierungsangaben waren die Osmanen vom Ramadan zu erschöpft um zu jubeln.
WIENER HÖRNCHEN – KRIEG GEGEN SERBIEN
Wien im Frühling 1901 – Nach den Übergriffen serbischer Aufrührer, bei denen unter anderem ein Polizist der Grenzpolizei verletzt wurde und eine Wachstation beschädigt wurde, hatte unser Herrscher, seine kuk Majestät Franz V., die Mobilmachung der ersten Budapester Armee befohlen.
Mittlerweile haben internationale Quellen bestätigt, dass aus Serbien heraus versucht wurde, brave ungarische Untertanen gegen die Nation aufzuwiegeln. Diese Provokationen werden nun nicht länger hingenommen. Heute hat seine kuk Majestät Serbien den Krieg erklärt und die Befehle gesiegelt, die die Annektion Serbiens sicher stellen sollen. Da sich Österreich-Ungarn damit im Kriegszustand befindet, werden zur Stunde ebenfalls die erste Wiener Armee und die erste Triester Flotte mobilisiert.
Gott mit unserer Nation, Gott mit unserem Kaiser!
BERNER TAGEBLATT – HAAGER FRIEDENSKONFERENZ OHNE ERGEBNISSE
Herbst 1900 – Auf Anregung des russischen Zaren Nikolaus II. und auf Einladung der niederländischen Königin Wilhelmina fand in Den Haag eine Konferenz von Juristen und Politiker aus insgesamt 26 Staaten statt. Ziel dieses Zusammentreffens
war die Erarbeitung von Grundsätzen für die friedliche Regelung internationaler Konflikte sowie die Einleitung von militärischen Abrüstungsschritten.
Unglücklicherweise waren diese Verhandlungen nicht erfolgreich und man ist ergebnislos abgereist. Auch wenn eine Fortsetzung der Konferenz geplant ist, äußerten sich eine Vielzahl von Teilnehmern sehr besorgt. „Europa ist derzeit das sprichwörtliche Pulverfass – und es fliegen genügend Funken zwischen den einzelnen Nationen“, ließ uns der Organisator der Konferenz, Johann von Bloch, wissen. Besonders gefährlich erscheinen die konträren territorialen Ansprüche der europäischen Großmächte gepaart mit massiven militärischen Aufrüstungen. Gerüchten zur Folge sollen schon erste Mobilmachungen der nationalen Einheiten vorbereitet werden. In seiner Abschlussrede ermahnte von Bloch die Herrscher zu verantwortlichem Handeln und forderte weitere – zumindest bilaterale – Gespräche.
Erläuterungen zu den hervorgehobenen Befehlen der Textauswertung
| Kommentierung | ausführliche Beschreibung |
| (*Fails*) | Fehlgeschlagener bzw. erfolgloser Zug. Dies kann bedeuten, dass der Bewegungsbefehl lediglich nicht erfolgreich war – aber auch, dass er nicht regelgerecht war, da bspw. in ein nicht benachbartes Gebiet gezogen werden sollte. |
| (*Disloged*) | Eine Einheit wurde erfolgreich angegriffen und vertrieben. |
| (*Disbanded*) | Eine Einheit wurde erfolgreich angegriffen. Da jedoch keine Rückzugsmöglichkeiten bestanden, musste diese Einheit aufgelöst werden. |
| (*Bounce*) | Eine Einheit, die versucht in ein freies Gebiet zu ziehen, wurde dabei blockiert. Dies passiert dann, wenn eine oder mehrere andere Einheiten mit gleichwertiger Unterstützung ebenfalls in dieses Gebiet einziehen wollen. |
| (*Cut*) | Die befohlene Unterstützung wurde unterbunden. Dies ist dann möglich, wenn die Einheit aus einem anderen Feld heraus angegriffen wird, als von dem, in das sie hinein unterstützt. |
| (*Void*) | Ein Unterstützungs- oder Konvoibefehl geht an eine Einheit, die keinen entsprechenden Bewegungsbefehl zugewiesen bekommen hat. |
| (*Ordered to Move*) | Ein Unterstützungsbefehl geht an eine Einheit, die keinen entsprechenden Haltebefehl zugewiesen bekommen hat. |
| (*No such land*) | Der Befehl konnte nicht ausgeführt werden, da ein unbekannter Provinz- oder Seegebietsname (bzw. deren falsche Abkürzung) vorlag. |









